Der vergessene aktive Schallschutz
Fluglärm über Nauheim und Königstädten


Präsentation


Aktiver Schallschutz am Frankfurter Verkehrsflughafen:

Entwicklung – Einführung und Liquidation – Petition – Fakten …


 Als „Filet-Stück“ des Gesetzes zum Schutz gegen Fluglärm stellte sich das in den 1960er Jahren am Frankfurter Flughafen – ursprünglich als dringende Problemlösung ohne gesetzliche Definition – entwickelte System lärmarmer Radar-Abflugverfahren am Frankfurter Flughafen heraus, der sogenannte aktive Schallschutz. An entsprechenden Abflugverfahren über Grund richtete sich später das nachgeschaltete Regelwerk des sogenannten passiven Schallschutzes aus.


Chart  

1                

Rückblick: Geschichtliche Entwicklung 1945 – 1965

2                   

Ausblick: Aktiven Schallschutz diametralen Interessen opfern?

3                  

Südumfliegung vor 55 Jahren

4                  

Radar-Abflugverfahren abseits von Siedlungen

5                 

Vermeidbarer Fluglärm ist geregelte Verbindlichkeit

6                

Vermeidbarer Fluglärm: 2011 willkürlich gecancelt

7                  

Respektloses Evaluieren vor Parlamentariern

8              

Geschichtsresistentes Evaluieren für die Bundesregierung

9                 

Petition aktiver Schallschutz

10                 

Lärmpolitik anstelle von Lärmschutz

11              

Erhöhter Fluglärm nach geänderter Lärmschutzregel

12               

Konzept: Lärmobergrenze -/Lärmkontingente-Modell

13               

Info: Fraport verschiebt T3-Start

14              
Willkürlicher Fluglärm über Flughafenanrainer

15

Frankfurter Flughafenausbau-Desaster

16  

Fluglärmschutz per Gesetzesnovelle konfiszieren?

17       

BGBl. I S. 282 vom 30.03.1971

18

Appell an die Legislativen von Bund und Ländern

19

Lärmverteilung 1971 vs. 2020

20
Lobby-Interessen konfiszieren etablierten Fluglärmschutz

21

Verstößt ein zusätzlicher Gesetzesantrag gegen gute Sitten

22    

Flughafen-LÄRM-Desaster

BGBl. 2550 Jahrg. 2007

Anhang Chart 22


23  

E-Mail an Staatsminister Al Wazir_Juli 2021

24

Endstation für Tricksen & Täuschen?

 



 

Chart 1

Rückblick: Geschichtliche Entwicklung des aktiven Schallschutzes

Der Schutz vor vermeidbarem Fluglärm am Frankfurter Flughafen veranlasste in den 1960er Jahren eine Arbeitsgruppe – ein Zusammenschluss von Behörden, autorisierten Interessengruppen des öffentlichen Lebens und der damals präsenten US-Air-Force – das Einrichten von verbesserten An- und Abflugverfahren.

Chart 2

Ausblick: Wird primärer Fluglärmschutz diametralen Interessen geopfert?

Nach über fünfzig Jahren, zunächst stetig wachsenden Flugbewegungen bis 2007 (mit 492.569 Flugbewegungen pro Jahr in den folgenden 10 Jahren unerreicht[!]) soll nach Jahren der Stagnation das neue Geschäftsmodell der ‚Mehrfachumläufer-Kurzstrecken-Billigflieger‘ ab 2017 einen signifikanten „Verkehrsknick nach oben“ einbringen… aber im urbanen Umfeld am Frankfurter Flughafen würde vermeidbarer Fluglärm nicht mehr gehalten werden können: 

Als Konsequenz soll – wie geschehen – aktiver Schallschutz durch eine ‚Lärmkontingent-Regel‘ per übergeordnetem Bundesgesetz ersetzt werden. Als sogenannte ‚Lärmobergrenze‘ hat die Landeslegislative eine entsprechende Umstellung für den Frankfurter Flughafen seit 2017 bereits „als gültig erklärt“.

Chart 3

Südumfliegung vor 55 Jahren

Wie Zeitzeugen aus den 1960er Jahren vom Frankfurter Flughafen berichten, waren es Militärmaschinen der US-Air-Force, die u. a. mit frenetisch lauten Startgeräuschen in den Nachkriegsjahren per Radar-Standard-Ausrüstung bei Westlage

Chart 4

Radar-Abflugverfahren abseits von Siedlungen am Frankfurter Flughafen

spursicheren Höhengewinn in der ersten Steigphase über Wald- und Wiesengebiete erreichten.

Chart 5

Frankfurt 1984: Vermeidbarer Fluglärm ist etablierte Verbindlichkeit

Dreizehn Jahre nach Inkrafttreten von gesetzlichen Lärmschutzbereichen setzte die Landes-Legislative das Prinzip von vermeidbarem Fluglärm am Frankfurter Flughafen fort anlässlich der Startbahn-18-West-Inbetriebnahme im Jahr 1984


Chart 6

Flughafen Ffm. 2011: Vermeidbarer Fluglärm wurde gecancelt

um nach weiteren siebenundzwanzig Jahren anlässlich der Landebahn-Nord-West-Inbetriebnahme den aktiven Schallschutz im Südwesten am Flughafen wieder rückgängig zu machenein Rückschritt unter Beteiligung einer Arbeitsgruppe mit übereinstimmender Besetzung zu den 1960er Jahren… inzwischen allerdings ohne US-Air-Force-Beteiligung …


Evaluationen für den Deutschen Bundestag:


Zur 2. Novellierung des Gesetzes-zum-Schutz-gegen-Fluglärm wurden Evaluationen und Empfehlungen von autorisierten Nichtregierungs-Organisationen sowie Bundesfachbehörden im Deutschen Bundestag eingebracht:

Chart 7

Respektloses Evaluieren vor Parlamentariern

Nichtregierungsorganisationen evaluieren, dass es durch das Fluglärmschutzgesetz nicht leiser würde‘… und es ‚keine Definition des Vorranges von aktivem vor passivem Schallschutz beim Fluglärm gäbe‘…

Evaluationen von NROs verschweigen die Entwicklung vermeidbaren Fluglärms am Frankfurter Flughafen und reguläre lärmarme Abflugverfahren in Frankfurt ... den „aktiven Schallschutz“ nach heutiger Sprachregelung.

Chart 8

Geschichtsresistentes Evaluieren für die Bundesregierung

Die zuständige Bundesbehörde validiert in einem ersten-Bericht-für-die-Bundesregierung unter Punkt „7.9 Aktiver Schallschutz“:

„…dass aktiver Schallschutz bei der Bekämpfung von Fluglärm wirksamer ist als passiver Schallschutz“… „beim aktiven Lärmschutz… insgesamt beachtliche Fortschritte erreicht worden sind“....

Stellungnahme: Ein aussageleerer „Bedeutungsmix" aus passivem und aktivem Schallschutz/ Lärmschutz geht am Thema aktiver Schallschutz an/um Flughäfen in unglaublich respektloser Weise vorbei.

Chart 9

Petition aktiver Schallschutz

Mit Petition 1-19-12-962-008102 wird der Bestand regulärer lärmarmer Abflugverfahren am Frankfurter Flughafen und bundesweit als verpflichtende Klarstellung in Lärmschutzbereichen begehrt.

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Frankfurter Flughafen, Fakten:

 Chart 10

Lärmpolitik anstelle von Lärmschutz

Lärmarme Radar-Abflugstrecken wurden ca. 55 Jahre nach deren Inbetriebnahme zur gesteigerten Lärmbelastung der Flughafen-Anrainer nach Westen verschoben.


 Chart 11

Erhöhter Fluglärm nach geänderter Lärmschutzregel

Mit Einführung von Radarführungsstrecken wurden erstmalig (abseits von Flughafen-Anrainern verlaufende) Abflugverfahren entwickelt und zu Regel-Flugverfahren ‚gebündelt‘. Dieser Fluglärm-Primärschutz mutierte später zum „Klotz am Bein“: Die geplante, exorbitante Flughafenerweiterung um ~35% kam im begrenzten Luftraum um den „Stadtflughafen Frankfurt“ an ihre logistische Grenze…  

 

Chart 12

Konzept: Lärmobergrenze-Lärmkontingent-Modell

Das Prinzip des sogenannten aktiven Schallschutzes (hier: lärmarme Abflugverfahren) soll durch sogenannte Lärmkontingente (hier: direktes Überfliegen von Flughafen-Anrainer) ersetzt werden.


Chart 13       

Info: Fraport verschiebt T3-Start


Chart 14

Konzept: Lärmobergrenze-Lärmkontingent-Modell

Im Jahr 2000 prognostizierte 701.000 Flugbewegungen per Anno für das Jahr 2020 wurden um ca. 26 % verfehlt. Ein höchst umstrittenes Erweiterungsprojekt wurde augenscheinlich vom Wettbewerb in Fernost abgehängt...


Chart 15

Frankfurter Flughafenausbau-Desaster

Nach Inbetriebnahme einer 4. Rollbahn wurden am Frankfurter Flughafen weniger Flugbewegungen abgefertigt, als zuvor mit 3 Rollbahnen. Die Umstellung von lärmarmen Abflugverfahren auf Lärmkontingente hat die psychoakustische Fluglärmbelastung der Flughafenanrainer signifikant erhöht.


Chart 16

Fluglärmschutz per Gesetzesnovelle konfiszieren?


Mit DBT-Drucksache 19/1384 vom 23.März 2018 wird der falsche Eindruck erweckt, dass das Fluglärmschutzgesetz im Jahr 2007 und ein erster Lärmschutzbereich in Frankfurt im Jahr 2011 festgesetzt wurde. Richtig ist demgegenüber das Jahr 1971:

  •      Was steckt dahinter?


Chart 17

BGBl I, S. 282 v. 30031971

Zur Festsetzung von Lärmschutzbereichen sind Karten und Pläne ein Bestandteil der Rechtsverordnung.


Chart 18

Appell an die Legislativen von Bund und Ländern:

Die 2. Novelle des Gesetzes zum Schutz gegen Fluglärm soll noch bis Ende der laufenden Legislaturperiode ratifiziert werden. Dieses Schreiben richtet sich an die Verantwortlichen der Legislativen von Bund und Ländern.

 


Chart 19

Lärmverteilung 1971 vs. 2020


Mit Bundesrat-Drucksache 550/15 vom 17.11.2015 bringen drei benachbarte Bundesländer den „Entwurf eines Gesetzes zum besseren Schutz der Bevölkerung vor Fluglärm“ ein: Entgegen der Ankündigung „Fluglärm generell zu reduzieren“, zielen die Statements der Initiatoren augenscheinlich auf bereits getroffene Maßnahmen am benachbarten Verkehrsflughafen für ein Abflugverfahren der Betriebsrichtung bei Westlage:

Frenetisch laute Startgeräusche führen unter Missachtung von vermeidbarem Fluglärm zu höchster psychoakustischer Belastung der Bevölkerung am Flughafen. Demgegenüber wird die Bevölkerung des angrenzenden, Bundeslandes entlastet:  Hier allerdings auf einem Niveau mit inzwischen halbierter psychoakustischer Wahrnehmung (Lautstärke)… je nach gewonnener Steighöhe sogar mit entsprechend größerer Lautstärke-Minderung. 


Chart 20

Lobby-Interessen konfiszieren etabloierten Fluglärmschutz


Wie bekannt, soll primärer Fluglärmschutz lärmgeminderter Regel-Abflugverfahren zugunsten von Lobby-Interessen weichen, Grund: Kapazitätserhöhungen an Flughäfen, die ihre Wachstumsgrenze im urbanen Umfeld erreicht haben.

Dieses Ziel verfolgt der neue Gesetzesentwurf einer Dreiländerinitiative im Bundesrat. Dabei tritt ein Antragsteller als Anteils-Besitzer und Lobbyist seines eigenen Verkehrsflughafens auf, Durchschaubarer Grund: Ein neues Bundesgesetz soll geplante Erweiterungs-Maßnahmen in Sachen ‚aktiver Schallschutz‘ nicht anfechtbar machen…


 Chart 21       

21. Verstößt ein zusätzlicher Gesetzesantrag gegen gute Sitten

Anhang Chart 21

Erinnerungsschreiben an Bundestagspräsidenten vom Mai 2021

 

Zugunsten einer unglaublich aufgeblähten Flughafen-Erweiterungs-Planung um 30% auf 701.000 Flugbewegungen pro Jahr wollen Eigner, Betreiber, Behörden und systemrelevante Institutionen am Frankfurter Flughafen lärmgeminderte Abflugverfahren canceln. Im Bundesrat wurde ein (‚perfide‘ eingefädelter!) Gesetzesantrag eingebracht, den… „Entwurf eines Gesetzes zum besseren Schutz der Bevölkerung vor Fluglärm“. Unter der Oberfläche dieses „verbal-guten“ Scheins, wird sich erwiesener Weise das subjektive Lärmempfinden im Südwesten am Flughafen bis zum Dreifachen erhöhen (siehe Grafik)…


Chart 22     

Flughafen-LÄRM-Desaster

BGBl. 2550 Jahrg. 2007

Anhang Chart 22


Am 20. Mai 2021 erfolgte die Ablehnung einer Dreiländerinitiative (eingebracht über die Fraktion Bündnis der Grünen) durch den Deutschen Bundestag. Damit ist das Ziel der Eigner und Betreiber des Frankfurter Flughafens gescheitert, unter anderem den aktiven Schallschutz lärmgeminderter Abflugverfahren in das Verkehrsgesetz zu verlagern… bei gleichzeitiger Erhöhung der Zumutbarkeitsschwelle für Fluglärm an Verkehrsflughäfen.


Chart 23  

E-Mail an Staatsminister Al-Wazir_Juli 2021


Chart 24