Der vergessene aktive Schallschutz
Fluglärm über Nauheim und Königstädten


PRÄSENTATION zum Aktiven Schallschutz an deutschen Verkehrsflughäfen…

anlässlich der 2. Novellierung des „Gesetzes zum Schutz gegen Fluglärm“ (FluglärmSchG) durch den 19. Deutschen Bundestag

Einleitung:

Als „Filet-Stück“ des Gesetzes zum Schutz gegen Fluglärm stellte sich das in den 1960er Jahren am Frankfurter Flughafen  - damals als dringende Problemlösung ohne gesetzliche Definition(!) - entwickelte System lärmarmer Radar-Abflugverfahren heraus, der sogenannte aktive Schallschutz. An entsprechenden Abflugverfahren über Grund richtete sich später das nachgeschaltete Regelwerk des sogenannten passiven Schallschutzes aus, mit 1971 gesetzlich in Kraft getretenen Lärmschutzbereichen und Schutzzonen: Der zuvor entwickelte und 1971 übernommene aktive Schallschutz wurde gesetzlich nicht(!) definiert.

Inzwischen wird für Bundestagsabgeordnete*innen und für die Bundesregierung ein sogenanntes Fluglärmgesetz evaluiert ohne den in Frankfurt entwickelten aktiven Schallschutz per lärmarmer Abflugverfahren. Dieser prägnante Schutz an deutschen Verkehrsflughäfen könnte zukünftig der Bevölkerung nach einer der 2. Novellierung des „Gesetzes zum Schutz gegen Fluglärm“ verloren gehen…

Vorgenannter Sachverhalt liegt dem Petitionsbegehren Pet 1-19-12-962-008102 an den 19. Deutschen Bundestag zu Grunde.

Faktencheck: Aktiver Schallschutz

1.0  Frankfurt: Zunächst gegeben, dann wieder genommen  

1.1   Rückblick: Geschichtliche Entwicklung des aktiven Schallschutzes  

Der Schutz vor vermeidbarem Fluglärm am Frankfurter Flughafen veranlasste in den 1960er Jahren eine Arbeitsgruppe – ein Zusammenschluss von Behörden, Interessengruppen des öffentlichen Lebens und der damals präsenten US-Air-Force – das Einrichten von verbesserten An- und Abflugverfahren.

1.2   Ausblick: Wird primärer Fluglärmschutz diametralen Interessen geopfert?

Nach über fünfzig Jahren, zunächst stetig wachsenden Flugbewegungen bis ca. 2007, soll nach Jahren der Stagnation das neue Geschäftsmodell der ‚Mehrfachumläufer-Kurzstrecken-Billigflieger‘ ab 2017 einen signifikanten „Verkehrsknick nach oben“ einbringen… aber im urbanen Umfeld am Flughafen Ffm könnte vermeidbarer Fluglärm/aktiver Schallschutz nicht mehr gehalten werden: Als Konsequenz wollen Haupteigner und Flughafenbetreiber offensichtlich aktiven Schallschutz durch eine (eigenmächtig(!) steuerbare…) ‚Lärmkontingent-Regel‘ ersetzen.

Untersuchungen für eine übertölpelte Bevölkerung am Frankfurter Flughafen:

1.3   Südumfliegung vor 55 Jahren

Wie Zeitzeugen aus den 1960er Jahren vom Frankfurter Flughafen berichten, waren es Militärmaschinen der US-Air-Force, die in der Nachkriegszeit per Radar-Standard-Ausrüstung bei Westlage…

1.4   Radar-Abflugverfahren abseits von Siedlungen am Frankfurter Flughafen

…spursicheren Höhengewinn in der ersten Steigphase über Wald- und Wiesengebiete erreichten.

1.5   Frankfurt 1984: Vermeidbarer Fluglärm ist etablierte Verbindlichkeit

Dreizehn Jahre nach Inkrafttreten von gesetzlichen Lärmschutzbereichen setzte die Landes-Legislative das Prinzip von vermeidbarem Fluglärm am Flughafen fort anlässlich der Startbahn-18-West-Inbetriebnahme im Jahr 1984…

1.6   Flughafen Ffm. 2011: Vermeidbarer Fluglärm wurde gecancelt

… um nach weiteren siebenundzwanzig Jahren anlässlich der Landebahn-Nord-West-Inbetriebnahme den aktiven Schallschutz im Südwesten am Flughafen wieder rückgängig zu machenein Rückschritt unter Beteiligung einer Arbeitsgruppe mit der Besetzung analog zu den 1960er Jahren… inzwischen jedoch ohne US-Air-Force-Beteiligung…

2.0     2018 + 2019: Evaluierungen zur 2. Novellierung des Gesetzes zum Schutz gegen Fluglärm für den Deutschen Bundestag

Gesetzesempfehlungen und Evaluationen von zuständigen Institutionen – 1.) Nichtregierungs-Organisationen (NRO)  sowie 2.) der Bundesfachbehörde (…denen spezielle, am größten deutschen Flughafen in Frankfurt a/M entwickelte Schutzmaßnahmen hätten bekannt sein müssen!) – wurden im Deutschen Bundestag eingebracht: Im Punkt aktiver Schallschutz (= leise Abflugverfahren), dem ursprünglichen Fluglärmschutz am Frankfurter Flughafen, können entsprechende Evaluierungen nicht in Einklang gebracht werden:

2.1      Berlin, Sept. 2018: Respektloses Evaluieren vor Parlamentariern

Nichtregierungsorganisationen (NROs) evaluierten, dass es durch das Fluglärmschutzgesetz nicht leiser würde‘… und es ‚keine Definition des Vorranges von aktivem vor passivem Schallschutz beim Fluglärm gäbe‘…

                                                                     

Stellungnahme:

 

Evaluationen der NROs verschweigen lärmarme Abflugverfahren am Frankfurter Flughafen (s. a. Einleitung): Bereits 1965 war*en per Radar-Abflugtechnik ‚lärmarme Abflugverfahren‘ = ‚aktiver Schallschutz‘ eingeführter Standardschutz. Erst danach, im Jahr 1971 trat das Gesetz zum Schutz gegen Fluglärm mit gesetzlichem Regelwerk des nachrangigen passiven Schallschutzes in Kraft… ohne dass die gegebenen lärmarmen Abflugverfahren-über-Grund gesetzlich definiert wurden… obwohl diese für Isophonen-Kennfelder von Lärmschutzbereichen und Schutzzonen  Anwendung fanden.

 

2.2      # folgt #