Der vergessene aktive Schallschutz
Fluglärm über Nauheim und Königstädten

RF-leg-Südumfliegung:

Ein HMWEVL-Projekt der Hessischen Landesregierung… *)

Zugefügter Status November 2020

Eine maßlose(!) Flughafenerweiterungs-Mentalität hat den Respekt vor psychoakustischen Fluglärmbelastungen der Bevölkerung am Frankfurter Flughafen nachhaltig verloren. Nach ~55 Jahren lärmarmer Abflugverfahren abseits von Anrainern, wird im Jahr 2020 das subjektive Lärmempfinden, beispielsweise von Anrainern im Westen des Flughafens, durch Einzelschallereignisse der Südumfliegung um ~50% erhöht wahrgenommen. Grund: Per ‚RF-Leg-Turn‘ nach Westen versetzte BR-25-Südumfliegung im Vergleich zu den ersten Radarführungsstrecken nach Süden.

Eine maßlose(!) Flughafenerweiterungs-Mentalität hat den Respekt vor psychoakustischen Fluglärmbelastungen der Bevölkerung am Frankfurter Flughafen nachhaltig verloren. Nach ~55 Jahren lärmarmer Abflugverfahren abseits von Anrainern, wird im Jahr 2020 das subjektive Lärmempfinden, beispielsweise von Anrainern im Westen des Flughafens, durch Einzelschallereignisse der Südumfliegung um ~50% erhöht wahrgenommen. Grund: Per ‚RF-Leg-Turn‘ nach Westen versetzte BR-25-Südumfliegung im Vergleich zu den ersten Radarführungsstrecken nach Süden.

Dabei ist die betroffene Gemeinde bereits durch direkte-Überflüge-der-Anflüge-BR-07 und Abflüge-BR-25-nach-Norden ‚extrem gebeutelt‘ und gilt seit Jahren in Fachkreisen

‚als-lauteste-von-Fluglärm-betroffene-Gemeinde-Deutschlands‘.










Hinweis: Es wurde im Nachhinein erkannt, dass zum Thema „RF-Leg“ mit künstlich aufgebauschten Problemen im Bereich des zweiten Turns bei Trebur und Mainz erfolgreich abgelenkt worden ist: In Wirklichkeit ging es um ein logistisches Thema im Bereich des ersten Abdrehpunktes, speziell um parallel vergrößerte Flugabstände(!) zur Departure-Runway-BR18 (… beachte: Wirbelschleppen-Problematik[!] zwischen Südumfliegung und Abflüge BR-18).


Fortsetzung, mit dem Stand März 2016:

Seit Jahren geistern Flugzeuge mit sogenannten „Spuruntreue-Problemen“ über die Südumfliegung, unter anderem ein bestimmter Super-Heavy-Typ.

  • Seit Monaten liegt ein – das Problem lösendes – Flugverfahren für die Südumfliegung auf dem Tisch (ausgearbeitet von einem Piloten mit Super-Heavy-Flugerfahrung), das Nauheim, Trebur und Mainz vor  Überflügen schützen würde.
  • Dem zum Trotz favorisiert seit März 2016 das HMWVEL ein sogenanntes „RF-leg-Flugverfahren“, das ausdrücklich nur Trebur und Mainz vor Überflügen schützen soll.
  • Am 07. Dezember 2016 setzte das HMWEVL das eigene Projekt, die RF-leg-Südumfliegung, in   der Kommission zur Abwehr des Fluglärms (FLK) durch: In der FLK stört sich die Mehrheit der Kommissionsmitglieder offensichtlich nicht an örtlicher Willkür dieses Flugverfahrens, demzufolge >näher zum  Flughafen liegende Siedlungs-Schwerpunkte (Nauheim) weniger schutzwürdig sind und überflogen werden sollen, als weiter entfernte (Trebur und Mainz)<. Nichtsdestoweniger fällt eine abnorme Lösung auf:

 

1.  Zwei ganz normale Turns der Südumfliegung (am Mönchhof-Dreieck und bei Trebur) wurden völlig unerwartet für RF-leg-Technik festgeschrieben: Das darf mit unglaubwürdig bewertet werden, denn...

2. erwartet wurde RF-leg-Technik zur Erleichterung einer eher schwierig abzufliegenden Streckenführung,

Ø nämlich: Vier in kurzen Abständen abzufliegende Radiale der Südumfliegung in Richtung der Wegpunkte BIBTI + MARUN + TOBAK:

a)     Radial 015° VFM (Gemeindegrenze(!) Nauheim)

b)     Radial 223° FFM (Frankfurt-Süd)

c)     Radial 270° CHA (Nähe Aschaffenburg)

d)     Radial 159° TAU (Taunus, zwischen WI + LI [später „TAI“])


3. im Raumordnungs- und Planfeststellungs-Verfahren seit dem 19. April 2001 als DFS-Radarführungsstrecken bekannt waren und als

4. „Lärmachse“ auf der planfestgestellten Karte des Siedlungs-Beschränkungsgebietes über Nauheim ausgewiesen ist …

5.   im Lufthandbuch temporär zwischen 2001 und 2012 aufgenommen war…

6.  per betriebsbereiten Nauheimer-Funkfeuer-VFM für den Regelbetrieb eines „ unabhängigen Betriebes“ seit 2012 einsatzbereit ist (Richtung BIBTI + MARUN + TOBAK!), aber

7.  wegen schon zuvor, bereits im März 2011 von der FLK abgewählt war (über vorausgegangene Austrittsdrohungen aus der FLK wurde später gemunkelt), kurzum:

8. Aber: Das Bundesamt für Flugsicherung (BAF) legte bereits zuvor im März 2012 das am Funkfeuer VFM abzweigende Flugverfahren Richtung BIBTI + MARUN + TOBAK zunächst einmal per Änderungsverordnung auf Eis.

 

Nach dieser Chronologie muss mal wieder festgestellt werden:

  • das Tricksen und Täuschen rund um die Flughafenerweiterung durch Politik und verbündete Juristen nimmt allem Anschein nach von selbst kein Ende!

*)  > RF-leg = radius-to-fix = Ein Flugverfahren: >Abzufliegender Kreisbogen< anstelle von >Wegpunkte abfliegen<

> HMWEVL = Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landwirtschaft

 

Nachtrag: Bürgerinitiativen tauschten sich intern selbstverständlich auch über Probleme und Lösungen zu Flugverfahren aus: Auf die Südumfliegung-Spuruntreue-Diskussion zielt ein viel diskutierter, weiterhin aber hochaktueller Lösungsansatz, der, in weiß ausgelegt, bekannt ist im HMWEVL sowie in der FLK, aber auch dem Nauheimer FLK-Kommissionsmitglied sowie der Nauheimer Klagevertretung zur aktuellen Südumfliegungs-Klage vor dem Hessischen Verwaltungsgerichtshof Kassel (VGH):

Forderung: Die östlich von Rüsselsheim und Nauheim in „weiß“ ausgelegte sogenannte Nachtroute, Kurs 184°/5 NM zu FFM (= 1. Abdrehpunkt) als Flugverfahren für die Südumfliegung verordnen zu lassen.

Begründung: Vor Inbetriebnahme der Startbahn 18 West fungierte vorgenannte Nachtroute unter Kurs 200°/4,5 NM als generelle Tagroute. Eine ehrliche(!) Nachtroute mit Kurs 185°/4,5 NM wurde ursprünglich seit 1971 parallel zur Startbahn-18-West um mehr als eine halbe Meile weiter östlich von Rüsselsheim und Nauheim in der Nacht betrieben (siehe  Minimum-Noise-Departure-Routing).