Der vergessene aktive Schallschutz
Fluglärm über Nauheim und Königstädten

Bund-Land-Region + Flughafenerweiterung

Fluglärmschutzgesetz – Lärmschutzbereichsverordnung – Siedlungsbeschränkung + Raumunverträglichkeit

1. Bund

Der Bund schreibt mit dem Fluglärmschutzgesetz seinen Ländern das Einrichten von Lärmschutzbereichen um deren Flughäfen vor. Auszug aus dem Fluglärmschutzgesetz § 4 ff:

… Karten und Pläne, die Bestandteil der Rechtsverordnung sind, können dadurch verkündet werden, dass sie bei einer Amtsstelle zu jedermanns Einsicht archivmäßig gesichert niedergelegt werden.“

https://www.gesetze-im-internet.de/flul_rmg/__4.html


2. Land

Das Hessische Kabinett setzte vorgenannte Anweisung des Bundes durch Festsetzung der Verordnung über den Lärmschutzbereich für die geplante Frankfurter Flughafenerweiterung im September 2011 um. Die Verordnung trat im Oktober 2011 in Kraft.

Die Lärmschutzbereiche bestehen aus den Tagschutzzonen 1 und 2 sowie der Nachtschutzzone. Zur Flughafenerweiterung wurden die Flugausgänge nach Süden von drei auf vier erhöht:


https://wirtschaft.hessen.de/verkehr/luftverkehr/fluglaermschutz/laermschutzbereich-flughafen-frankfurt

3. Region

Das Regierungspräsidium Darmstadt setzte das Siedlungsbeschränkungsgebiet fest gemäß Regionalplan Südhessen 2010:

Entsprechend den vier Flugausgängen nach Süden bilden sich – den Lärmachsen folgend – auch für das Siedlungsbeschränkungsgebiet vier typische „Lärmnasen“ ab. Dabei konnte sich die Fachbehörde bereits vor Inkrafttreten der Lärmschutzbereichsverordnung im Okt. 2011 auf DFS-Radarführungsstrecken beziehen, die – unter dem Deckmantel einer europäischen Neuordnung des Luftraums sowie ohne Anhörung betroffener Gremien – am 19. April 2001 am Frankfurter Flughafen eingeführt wurden… Die nicht veröffentlichte Stellungnahme eines Entwurfes der für die Raumordnung beauftragten Fachbehörde machte die Runde mit der Feststellung „ Raumunverträglich“:






Schallschutz verfehlt:

Die vierte, nach Westen gerichtete Lärmnase des Siedlungsbeschränkungsgebietes steht im Dissens zum aktiven Schallschutz nach § 4 ff des Fluglärmschutzgesetzes